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    Newsletter  
      des Instituts für Weltwirtschaft 1/2012 
  
 
 

 

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde des Instituts,

hiermit möchten wir Ihnen die neueste Ausgabe des ifw brief, des Newsletters des Instituts für Weltwirtschaft, präsentieren. In kompakter Form möchte der ifw brief Sie über interessante Forschungsergebnisse aus dem IfW, unsere Standpunkte zu aktuellen Fragen der Wirtschaftspolitik, unsere aktuellen Prognosen, Veranstaltungen, Termine und sonstige Neuigkeiten über das IfW informieren. Der ifw brief führt Sie durch unsere Homepage und gibt Ihnen dabei in nicht-technischer Form kurze Inhaltsangaben, von denen Sie mit Hilfe der Hyperlinks leicht auf die entsprechenden Inhalte bzw. zu den richtigen Ansprechpartnern gelangen können.

Wie schon im ifw brief Nr. 2/2011 angekündigt, haben wir den Erscheinungsrhythmus angepasst. Mit diesem Exemplar eröffnen wir das neue Jahr, für das wir Ihnen alles Gute wünschen möchten. Sie können sich nun jenseits des Feiertagsstresses in Ruhe informieren, was in den letzten drei Monaten im IfW an Aktivitäten in Forschung, Politikberatung und Ausbildung gelaufen ist, welche Veranstaltungen wir abgehalten haben und was wir für 2012 planen.

Falls Sie Fragen zum ifw brief haben, finden Sie einen Hinweis auf unser Redaktionsteam im Impressum. Wenden Sie sich jederzeit gerne an uns. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldungen.

Ihr Redaktionsteam

Global Economic Symposium

Fünftes Global Economic Symposium in Rio de Janeiro

Nachdem das 4. Global Economic Symposium (GES) vom 4.–6. Oktober 2011 in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel stattfand, ist 2012 wieder ein auswärtiger Standort an der Reihe. Diesmal geht die Reise über den Atlantik in ein Land, das die mittlerweile gängige Abkürzung „BRIC“ anführt, mit der besonders dynamische und wichtige Schwellenländer bezeichnet werden: nach Brasilien. Veranstaltungsort wird vom 15.–17. Oktober Rio de Janeiro sein. Organisiert wird das GES vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) und der Bertelsmann Stiftung, in Kooperation mit der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft. Verfolgen Sie die Neuigkeiten zum GES auf der GES-Homepage.

Wie man den Arabischen Frühling unterstützen kann – Ergebnisse des GES 2011 wurden Bundesaußenminister Westerwelle präsentiert

Es war keine zwei Wochen her, dass das 4. Global Economic Symposium (GES) 2011 in Kiel zu Ende gegangen war. Aber schon landeten die ersten Ergebnisse auf den Schreibtischen der Politik. Der Umbruch in den Staaten Nordafrikas – der Arabische Frühling – ist allerdings auch eine Herausforderung, die keinen Aufschub duldete. Ist die Transformation doch noch keineswegs gesichert und findet sozusagen vor Europas Haustür statt. Auf dem 4. GES in Kiel haben sich am 6. Oktober renommierte Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft im Rahmen des GES-Roundtables „Aiding the Emerging States of Northern Africa“ mit der Frage beschäftigt, wie man den Staaten des Arabischen Frühlings schnell und effektiv helfen kann. Der Sitzungsleiter dieses Roundtables, Dirk Ahlers, Aufsichtsratsvorsitzender der FRoSTA AG, hat anschließend ein Ergebnisprotokoll erstellt, das um Lösungs- und Implementierungsvorschläge aus den vergangenen Symposien erweitert wurde. Diesen GES-Brief 2011 stellte Ahlers am 19. Oktober Bundesaußenminister Guido Westerwelle vor. Medieninformation

Forschung

Akademische Forschung: Forschungsergebnisse kurz gefasst

Unter der Überschrift „Akademische Forschung“ verweisen wir auf die Ergebnisse neuer Forschungsarbeiten aus dem IfW, die neue Wissenshorizonte in den Wirtschaftswissenschaften erschließen soll, sowohl mit theoretischen als auch mit empirischen Beiträgen.

Arbeitsmarkteffekte der Immigration: Eine empirische Analyse der Flüchtlingsströme im Nachkriegsdeutschland
Die Analyse von Sebastian Braun und Toman Omar Mahmoud untersucht die Arbeitsmarkteffekte, die sich in Westdeutschland aufgrund der Flüchtlingsströme aus den ehemaligen Ostgebieten nach dem zweiten Weltkrieg einstellten. Die Flüchtlinge kamen aus allen gesellschaftlichen Gruppen und waren aus Sicht der Arbeitsmärkte enge Substitute zur westdeutschen Bevölkerung. Auf den verschiedenen regionalen Arbeitsmärkten traten sie in sehr unterschiedlichem Maß als Arbeitssuchende auf. Die Studie findet einen statistisch signifikanten negativen Effekt des Flüchtlingszustroms auf die Beschäftigung westdeutscher Arbeitnehmer. Dieses Ergebnis beschränkt sich aber auf Arbeitsmärkte mit besonders intensivem Zustrom von Flüchtlingen. Diese nicht-lineare Beziehung zwischen zusätzlichem Arbeitsangebot und Beschäftigung der angestammten Bevölkerung harmoniert gut mit der Diagnose, dass das Nachkriegsdeutschland aufgrund der Kriegszerstörungen unter Sachkapitalmangel litt. Angesichts beschränkter Substitutionsmöglichkeiten zwischen Kapital und Arbeit war die Absorptionsfähigkeit stark betroffener Arbeitsmärkte durch Engpässe im Kapitalstock limitiert. Kieler Arbeitspapiere 1725

Marktwirtschaft, Qualität der Staatsführung und Staatsausgaben – eine Querschnittsanalyse
Die Studie von Rainer Schweickert (IfW) und seinen beiden Co-Autoren Joachim Ahrens und Juliane Zenker (Göttingen) baut auf der Beobachtung auf, dass die bisherige Literatur zur Größe des Staatssektors in einer Marktwirtschaft den Einfluss der Qualität der Staatsführung sowohl als treibender als auch limitierender Faktor der Staatsausgaben vernachlässigt. Eine internationale Querschnittsanalyse über 126 entwickelte Volkswirtschaften, Schwellenländer und Entwicklungsländer für die Jahre 2003 bis 2007 zeigt, dass eine höhere Qualität der Staatsführung Spielraum für höhere Staatsausgaben eröffnet, weil sie die Besteuerungsbasis erhöht. Auf der Nachfrageseite nach Staatsausgaben zeigt sich allerdings, dass offene Volkswirtschaften nur dann umso höhere Staatsausgaben aufweisen, wenn das Regierungshandeln schlechter zu bewerten ist; hier kompensieren die Ausgaben offenbar wenig effektive institutionelle Strukturen. Insgesamt zeigt sich, dass Präferenzen für eine koordinierte Marktwirtschaft vom kontinentaleuropäischen Typus dann zu höheren Staatsausgaben führen, wenn dies von einer hohen Qualität der Staatsführung begleitet ist. Präferenzen für ein derartiges Modell der Marktwirtschaft treffen auch auf die meisten Entwicklungs- und Schwellenländer zu, allerdings mit Ausnahme derjenigen in Lateinamerika. Hier herrschen geringere Ausgabeniveaus vor als in Marktwirtschaften des angelsächsischen Typs. Kieler Arbeitspapiere 1726

Kalkulierbares Risiko versus unsichere Vieldeutigkeit: Unterschiedliche Perspektiven beim Preissetzungsverhalten unter Unsicherheit
Es existiert eine umfangreiche empirische Literatur, die zeigt, dass der minimale Verkaufspreis (WTA) für ein Gut oft um ein Vielfaches höher ist als der maximale Kaufpreis (WTP), obwohl beide gemäß traditioneller ökonomischer Theorie ungefähr gleich hoch sein sollten. Ein zweiter Literaturstrang hat gezeigt, dass Personen typischerweise „ambiguitätsavers“ sind, d.h. sie präferieren Lotterien mit bekannten Wahrscheinlichkeiten gegenüber Lotterien mit unbekannten Wahrscheinlichkeiten. Das Experiment der Autoren Stefan Trautmann (Uni Tilburg) und Ulrich Schmidt verbindet die Ergebnisse beider Literaturstränge und untersucht, ob Ambiguitätsaversion einen Einfluss auf die Disparität zwischen WTP und WTA hat. Kieler Arbeitspapiere 1727

Unternehmenscharakteristika und informelle Organisation unternehmerischer Geschäftstätigkeit im Perlflussdelta, China
Mit den Wirtschaftsreformen der letzten Jahrzehnte hat sich das institutionelle System Chinas allmählich von einem weitgehend informellen und beziehungsbasierten System hin zu einem stärker formalen und regelbasierten System entwickelt. In solch einer Übergangsphase haben allerdings nicht alle Unternehmen gleich starke Anreize, informelle Formen der Organisation ihrer Geschäftsprozesse durch formale zu ersetzen. Es ist vielmehr zu erwarten, dass die Anreize für eine solche Transformation stärker sind für ältere (etablierte), größere und schnell wachsende Unternehmen sowie für Unternehmen mit umfangreichen internationalen Geschäftsbeziehungen. Die Ergebnisse einer Umfrage unter Unternehmen im Perlflussdelta in China bestätigen diese Erwartungen im Allgemeinen. Allerdings ist der erwartete Zusammenhang oft nur schwach ausgeprägt. Kieler Arbeitspapiere 1728

Unterschätzte Volatilität und spekulative Blasen auf Finanzmärkten
Spekulative Blasen sind ein bekanntes Phänomen auf Finanzmärkten. Einige theoretische Arbeiten haben gezeigt, dass solche Blasen durch "Overconfidence" (d.h. das Unterschätzen der Volatilität von Wertpapierkursen) erklärt werden können. Die Autoren der Studie Juliya Michailova und Ulrich Schmidt testen dieses Ergebnis auf einem experimentellen Aktienmarkt. Es zeigt sich, dass ein höherer Grad der Overconfidence in der Tat zu deutlich stärker ausgeprägten Blasen führt. Kieler Arbeitspapiere 1729

Standortwahl, Transportkosten und Profitabilität von Biogasanlagen in Deutschland
Es wird befürchtet, dass durch eine Energiewende hin zu erneuerbaren Energien die Energiepreise steigen. Daher ist es wichtig, deren Produktionskosten zu senken. Ruth Delzeit und Ulla Kellner untersuchen Möglichkeiten, durch die Aufbereitung von Gärresten aus dem Fermentationsprozess Produktionskosten zu senken und somit die Wettbewerbsfähigkeit von Biogasanlagen zu erhöhen. Ihre Ergebnisse zeigen, dass vor allem in Regionen mit wenig Ackerfläche und hohen Viehdichten die Aufbereitung von Gärresten zu einer Erhöhung der Anlagenprofitabilität führt. Kieler Arbeitspapiere 1730

Ein Modellrahmen für dynamische Aspekte zukunftsgerichteter Prozesse in räumlichen Gleichgewichtsmodellen
Politische Entscheidungsträger sind nicht nur an Informationen über die unmittelbaren langfristigen Wirkungen ihrer Politik interessiert, sondern auch an möglichst umfassenden Erkenntnissen über die künftigen und interdependenten Entwicklungspfade der relevanten Variablen, die von getroffenen Maßnahmen berührt werden. Das gilt im Kontext raumwirtschaftlich wirksamer Politik besonders für die Verkehrsinfrastrukturpolitik. Um derartige Erkenntnisse zu gewinnen, bedarf es eines konsistenten theoretischen Rahmens, der auch intertemporal wirksame Wahlhandlungen von Unternehmen und Haushalten einbezieht. Das Papier von Johannes Bröcker (Uni Kiel) und Artem Korzhenevych (IfW) entwickelt einen derartigen Rahmen für miteinander Handel treibende Regionen und die dabei anfallenden Transportkosten. Kieler Arbeitspapiere 1731

Klimaschutzabkommen – was hilft gegen strategische Unsicherheit?
Wenn ein Staat einem Klimaschutzabkommen beitritt, welches die Einführung einer neuen Technik mit Skaleneffekten vorsieht, unterliegt der Wohlfahrtsgewinn strategischer Unsicherheit, da das Verhalten anderer Staaten nicht vorhersagbar ist. Unter diesen Umständen können langfristige Maßnahmen wie etwa das in Kopenhagen gesetzte Erwärmungsziel von 2°C helfen, die Erwartungen der Staaten aufeinander abzustimmen und zu stabilisieren, selbst wenn sie keine konkreten Verpflichtungen zu Emissionsminderungen beinhalten. Kieler Arbeitspapiere 1732

Lohnquotendynamik bei Produktivitäts- und Inflationsschocks
In den Vereinigten Staaten ist die Lohnquote negativ mit der Produktivitäts- und Inflationsentwicklung korreliert. Nach einem Produktivitäts- oder Inflationsanstieg fällt sie und verharrt einige Zeit auf diesem Niveau. Christopher Reicher zeigt in seinem Papier, dass dies eine natürliche Folge von temporärer Nominallohnstarrheit ist. Tarifverträge werden üblicherweise nur einmal im Jahr aufgrund mikroökonomischer Informationen angepasst. Ein „Search and Matching“-Modell mit im Jahresablauf starren Nominallöhnen kann das empirisch beobachtete Verhalten der Lohnquote gut nachbilden. Kieler Arbeitspapiere 1733

Steuerwettbewerb um Direktinvestitionen
In diesem Papier argumentieren Peter Egger (ETH Zürich) und Horst Raff (Uni Kiel und IfW), dass sich der in vielen Ländern zu beobachtende Rückgang der Unternehmenssteuersätze seit den 80er-Jahren u.a. auf verstärkten Steuerwettbewerb um ausländische Direktinvestitionen zurückführen lässt. Eine Triebfeder des Steuerwettbewerbs ist dabei die fortschreitende regionale Integration, die es Unternehmen leichter macht, ihren Produktionsstandort zu wechseln. Kieler Arbeitspapiere 1734

Sind Exporteure innovativer? Empirische Ergebnisse aus einer Analyse spanischer Unternehmen
Exportierende Unternehmen sind in der Regel ihren nichtexportierenden Konkurrenten in Produktions- und Marketingbelangen überlegen, wie Unterschiede zwischen beiden Gruppen bei Prozessinnovationen bezeugen. Aoife Hanley and Joaquín Monreal-Pérez zeigen anhand eines Datensatzes über spanische Unternehmen, warum das der Fall ist. Der Übergang zu einem exportorientierten Verhalten zwingt die Unternehmen, kreativere und Kosten reduzierende Herstellungs- und Logistikverfahren einzuführen. Ein Beispiel dafür ist die Einführung von Internet basierter Sendungsverfolgung. Kieler Arbeitspapiere 1735

Einkommensungleichheit und Gesundheit: Neue Erkenntnis aus Paneldaten
Dierk Herzer und Peter Nunnenkamp bemängeln in ihrem Papier, dass frühere internationale Querschnittsanalysen über den Zusammenhang zwischen Einkommensungleichheit und Gesundheit, die mittels Paneldatensätzen durchgeführt wurden, deutlich verzerrte Ergebnisse enthalten. Das beruht auf nicht berücksichtigten Sonderfaktoren der untersuchten Länder, Endogenität der untersuchten Variablen und länderspezifischen Unterschieden in den Wirkungen der Ungleichheit auf die Gesundheit. Wenn man wie Herzer und Nunnenkamp stattdessen bei der Panelanalyse Kointegrationstechniken einsetzt, die diese Gegebenheiten berücksichtigen, dann lässt sich ein schwacher aber signifikanter positiver Einfluss der Ungleichheit auf das Gesundheitsniveau identifizieren. Es zeigt sich weiterhin, dass Ungleichheit in dem Sinne endogen ist, dass schlechte Gesundheit zu mehr Ungleichheit führt. Ferner finden die Autoren erhebliche Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern hinsichtlich der Wirkungen der Ungleichheit auf die Gesundheit. Kieler Arbeitspapiere 1736

Ein neues multifraktales Modell zur Prognose der Volatilität von Finanzaktiva
Das Papier von Thomas Lux, Leonardo Morales-Arias und Cristina Sattarhoff präsentiert einen neuen Ansatz für die Beschreibung und Prognose der Volatilität von Finanzrenditen. Das von den Autoren vorgeschlagene RV-MSM-Modell beruht auf einer hierarchischen Konstruktion verbundener Volatilitätskomponenten und verwendet als Maß für den Schwankungsgrad die aus hochfrequenten Preisnotierungen berechnete sog. Realisierte Volatilität (RV). Prognoseexperimente zeigen, dass das neue Modell in den meisten Fällen ähnlich erfolgreiche Vorhersagen ermöglicht wie das bisher dominierende RV-ARFIMA-Modell und in einer nennenswerten Anzahl von Fällen dieses sogar übertrifft. Kieler Arbeitspapiere 1737

Die Entwicklung von Korrelation und Volatilität an den globalen Finanzmärkten
Mit der fortschreitenden Globalisierung sind unsere Finanzmärkte anfälliger für Krisen geworden. Kursschwankungen übertragen sich leicht von einem Markt in einen anderen. Die Studie untersucht die Interdependenzen zwischen sechs Aktienmärkten: USA, England, Deutschland, Japan, Indien und China. Während die Korrelation zwischen den drei westlichen Märkten stark und dauerhaft ist, beobachten die Autoren Dror Y. Kenett, Eshel Ben-Jacob (Tel Aviv University), Matthias Raddant und Thomas Lux (IfW), dass die Interdependenzen mit den östlichen Märkten stärkeren Schwankungen unterliegen. Die Studie zeigt die Entwicklung der gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen diesen Märkten für die Jahre 2000–2010. Kieler Arbeitspapiere 1739

Der kleine Kern des Netzwerks deutscher Unternehmensvorstände und Aufsichträte: Ergebnisse für 2010
In Fortführung einer früheren Arbeit über die personelle Verflechtung deutscher Unternehmensvorstände und Aufsichtsräte untersuchen Mishael Milakovic, Simone Alfarano und Thomas Lux hier die Netzwerkstruktur für das Jahr 2010. Wie für die zuvor betrachteten Daten des Jahres 2008 weisen diejenigen des Jahres 2010 einen stark vernetzten Kern an Managern und Aufsichtsratsmitgliedern in hochkapitalisierten Unternehmen (meist DAX30-Unternehmen) auf. Trotz recht grosser personeller Fluktuationen scheint dieser Kern im Zentrum des Netzwerks ein stabiles Strukturmerkmal der deutschen Unternehmensstruktur zu sein. Die über die Zeit weitgehend konstante Dichte der Vernetzung in diesem "Kern" steht im Gegensatz zu der über die vergangenen Jahrzehnte beobachteten Tendenz einer generellen Abnahme von Mehrfachmitgliedschaften in Vorständen und Aufsichträten. Kieler Arbeitspapiere 1740

Mögliche Fehlerquellen in Paneldatenstudien über Einkommensungleichheit und Armut durch Migration
Wenn nicht nur einzelne Personen sondern auch ganze Haushalte aus ärmeren Regionen oder Ländern emigrieren, kann dies die Ergebnisse von Paneldatenstudien über die Einkommensverteilung verändern, sofern darin auf das Haushaltseinkommen abgestellt wird. Aslihan Arslan and J. Edward Taylor modellieren derartige Emigrationsprozesse und testen ihre Auswirkungen auf Einkommensverteilung und Armut anhand eines detaillierten Haushaltspaneldatensatzes aus dem ländlichen Mexiko. Emigrierende und zurückbleibende Haushalte unterscheiden sich in ihren Charakteristika erheblich. Dennoch kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Armutsanalysen auf Basis der nicht emigrierenden Haushalte nicht notwendigerweise verzerrt sind.Kieler Arbeitspapiere 1742

Ein Stresstest für Finanzmarktstress in Deutschland und der Eurozone
Die Finanzkrise 2008/2009 und die europäische Staatsschuldenkrise haben gezeigt, dass Stress auf den Finanzmärkten ein wichtiger Einflussfaktor ist, den man bei der Analyse und Vorhersage wirtschaftlicher Aktivität nicht vernachlässigen darf. Da Finanzmarktstress nicht direkt beobachtbar ist, aber vermutlich in vielen Variablen von Finanzmarktanalysen seine Spuren hinterlässt, ist es sinnvoll, einen Indikator zu entwickeln, der die Stresskomponente in diesen Variablen identifiziert. Daher hat Björn van Roye einen derartigen Finanzmarktstressindikator (FMSI) für Deutschland und die Eurozone entwickelt und seine Wirkung auf die wirtschaftliche Aktivität empirisch getestet. Der Indikator verbessert die Prognosegüte für das reale Bruttoinlandsprodukt signifikant. Er kann zugleich als ein Frühwarnsystem für systemische Risiken dienen. Kieler Arbeitspapiere 1743

Produktivitätswachstum: Auswirkungen auf die Geldpolitik
Mewael F. Tesfaselassie analysiert, wie langfristiges Produktivitätswachstum die Wirksamkeit verschiedener geldpolitischer Regeln beeinflusst. Er kann zeigen, dass ein Anstieg im Produktivitätswachstum die Inflation weniger auf Inflationserwartungen reagieren lässt, dafür aber stärker auf die gegenwärtige Konjunkturphase (gemessen anhand der Outputlücke). Das zusätzliche Produktivitätswachstum hat unterschiedliche Auswirkungen je nachdem welche geldpolitische Regel die Zentralbank verfolgt. Wenn die Geldpolitik auf die aktuelle Inflation und Outputlücke reagiert, ist die Wirtschaft besser vor selbsterfüllenden Schwankungen geschützt. Dagegen ist die Gefahr zu derartigen Schwankungen höher, wenn die Geldpolitik eher auf Inflation und Outputlücke des Vorquartals reagiert. Vergleichbare Ergebnisse zeigen sich in einer Situation, in der Unternehmen und Haushalte im Zeitablauf auf Strukturveränderungen in der Wirtschaft reagieren müssen und die Geldpolitik die Qualität ihrer Vorhersagen beeinflusst. Kieler Arbeitspapiere 1744

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Wirtschaftspolitische Beratung durch Forschungsergebnisse aus dem IfW

In dieser Rubrik möchten wir Ihre Aufmerksamkeit darauf lenken, wie sich das IfW forschungsgestützt in der wirtschaftspolitischen Beratung engagiert. Beiträge kommen aus den Forschungsbereichen, dem Prognosezentrum und aus dem Wirtschaftspolitischen Zentrum.

IfW-Schuldenbarometer: Griechenland wird es kaum schaffen, seine Staatsschulden in den Griff zu bekommen
Die IfW-Ökonomen David Bencek und Henning Klodt haben ein Schuldenbarometer für die Euro- und EU-Länder entwickelt, das auf dem Konzept des benötigten Primärüberschusses basiert. Das IfW-Schuldenbarometer zeigt an, in welchen EU-Ländern die Staatsverschuldung langfristig tragfähig ist und in welchen nicht. Für letztere wird auch ausgewiesen, wie hoch ein Schuldenschnitt ausfallen müsste, um die Tragfähigkeit wiederzuerlangen. Medieninformation IfW-Schuldenbarometer

Domino in Südeuropa? Griechenland, Portugal und Spanien im realwirtschaftlichen Krisentest
Griechenland ist von einer Rettung nach wie vor weit entfernt – im Gegenteil, es wird immer deutlicher, dass das Land in Richtung auf eine Staatspleite zusteuern könnte. Könnte sich 2012 die Krise in Portugal und Spanien ähnlich zuspitzen? In ihrem aktuellen Kieler Diskussionsbeitrag betrachten die IfW-Ökonomen Klaus Schrader und Claus-Friedrich Laaser die realwirtschaftlichen Ursachen der Krise in den drei Ländern. Ihr Vergleich zeigt, dass aus realwirtschaftlicher Sicht wenig für eine solche Dominotheorie spricht. Denn die Krisenmuster und –historien sind zu unterschiedlich, wie auch das Problemlösungspotenzial der Länder. Der Krisentest macht aber deutlich, dass alle drei Länder nur über schmerzhafte Strukturreformen einen Weg aus ihrer Krise finden können. Medieninformation

Die Zeiten der importierten Stabilität aus China sind vorbei
China steht in vielen Industrienationen für das Land des beinahe unendlichen und vor allem günstigen Arbeitsangebots. Diese extrem billige Produktion im größten Land Ostasiens hat die Preise für Konsumgüter in den Industrienationen in den vergangenen Jahren immer weiter sinken lassen. Diese Zeiten scheinen allerdings vorbei zu sein, wie die IfW-Wissenschaftler Klaus-Jürgen Gern, Björn van Roye und Joachim Scheide in ihrem aktuellen Kiel Policy Brief aufzeigen. Medieninformation

Umschuldung nur für den Sonderfall Griechenland
Die beschlossene Umschuldung Griechenlands wird von vielen Beobachtern als ein längst fälliger Befreiungsschlag gefeiert. Dennoch wird von Kritikern einer Umschuldung immer wieder der Domino-Effekt gegen eine Umschuldung ins Feld geführt. Ein griechischer „default“ würde, so die Behauptung, sofort den Blick auf andere Kandidaten wie Portugal, Irland oder sogar die großen Mitglieder Spanien und Italien lenken und die Mittel des Rettungsschirms weit übersteigen. Die These vom Domino-Effekt verkennt jedoch, dass Griechenland strukturell ein Sonderfall ist, der sich deutlich vom häufig als nächsten Dominostein genannten Portugal abhebt, schreibt Rolf Langhammer in seinem neuen Beitrag im IfW-Fokus. IfW-Fokus 107

Nord-Ostsee-Kanal: Deutliche Mehreinnahmen möglich
Der Nord-Ostsee-Kanal ist die am meisten befahrene künstliche Wasserstraße der Welt und trotzdem nicht profitabel. Die Kosten für den Kanalbetrieb übersteigen dauerhaft die Einnahmen aus den Transitgebühren. Die IfW-Wissenschaftler Nadine Heitmann, Katrin Rehdanz und Ulrich Schmidt haben in einer aktuellen Fallstudie aufgezeigt, welches Einnahmepotenzial in einer optimierten Kalkulation der Transitgebühren liegt; insbesondere für den Fall, dass die Gebühren spezifisch an die passierenden Schiffe angepasst werden. Medieninformation / Kieler Arbeitspapiere 1741

Griechenland würde Maastricht-Kriterium erfüllen – wenn es eine Fiskalregel und eine unabhängige Schuldenkommission hätte
Griechenland stünde heute gut da. Das Land hätte spätestens 2007 eine Staatsschuldenquote von unter 60 Prozent erreicht, wenn es sich bei seinem Beitritt zur Eurozone im Jahr 2001 verlässlich zur Einführung einer Fiskalregel und einer unabhängigen Schuldenkommission verpflichtet hätte. Selbst in der nachfolgenden Rezession hätte die Quote 2010 nur geringfügig über dem magischen Schwellenwert des Maastrichtkriteriums gelegen. Zu diesem Ergebnis kommen IfW-Präsident Prof. Dennis J. Snower und seine zwei Koautoren Johannes Burmeister und Moritz Seidel in ihrer neuen Studie im Wirtschaftsdienst "Regelgebundene Fiskalpolitik und Schuldenkommissionen: Ein Reformvorschlag zum Umgang mit der Euro-Schuldenkrise". Medieninformation

Biokraftstoffe und Änderungen in der Landnutzung
Die Biokraftstoffpolitik der Europäischen Union ist zunehmender Kritik ausgesetzt, weil befürchtet wird, dass Biokraftstoffe gegenüber fossilen Kraftstoffen keine Einsparung von Treibhausgasen erbringen. Insbesondere die bisher fehlende Berücksichtigung von indirekten Landnutzungsänderungen in der Nachhaltigkeitsregulierung für Biokraftstoffe wird dafür verantwortlich gemacht. In ihrem neuen Kiel Policy Brief zeigen Ruth Delzeit und Mareike Lange, dass eine exakte Messung indirekter Landnutzungsänderungen der Biokraftstoffproduktion nicht möglich ist. Schätzungen zeigen aber, dass einige Biokraftstoffe trotzdem zum Klimaschutz beitragen können. Medieninformation

Wolken am Konjunkturhimmel: Nachwehen der großen Finanzkrise
Man kann geneigt sein, konjunkturelle Sorgen um einen „double dip“ ausschließlich den jüngsten Diskussionen um Staatsschulden und Staatsbonitäten und den darauf folgenden Turbulenzen an den Aktienmärkten zuzuschreiben. Diese Sicht ist aber nicht richtig, argumentiert IfW-Vizepräsident Rolf J. Langhammer in seinem IfW-Fokus. Zum einen war eine deutliche Abschwächung der Konjunktur in 2012 längst erwartet worden. Ebenso war von dünner Luft an den Aktienmärkten die Rede. Was aber wichtiger ist: Die jetzigen Sorgen sind Nachwehen ungelöster Probleme, die aus der großen Krise von 2008/2009 resultieren. Diese wurden übertüncht. Nun brechen sie auf. Sie lassen sich unter dem Stichwort „realwirtschaftliche Anpassung an neue relevante Preise“ beschreiben. IfW-Fokus 108

Snower: Unabhängige Schuldenkommissionen für Italien und Griechenland
Nach dem Regierungswechsel in Italien und Griechenland fordert IfW-Präsident Dennis Snower die Einsetzung unabhängiger Schuldenkommissionen in beiden Ländern. Auf diese Weise seien die Finanzprobleme Italiens und Griechenlands "leicht lösbar", so der Ökonom. "Genau wie eine unabhängige Zentralbank dafür sorgt, dass Inflationen verhindert werden, müssen Schuldenkommissionen verhindern, dass die Neuverschuldung explosionsartig zunimmt." Medieninformation

Eurorettung: Eine Vollkaskoversicherung für Staatsanleihen
IfW-Haushaltsexperte Jens Boysen-Hogrefe schlägt in seinem neuen Beitrag in der Reihe IfW-Fokus eine im Vergleich zu Eurobonds und Anleihekäufen der EZB überlegene Alternative vor: Eine verbindliche Versicherung für Staatsanleihen im Euroraum, die im Ernstfall auf die Liquidität der EZB zurückgreifen kann. Bei einer solchen Versicherung würden die Schuldensünder mittelfristig ihre Bail-Outs selbst finanzieren. Die so kritische Verzahnung zwischen Staats- und Bankenpleiten würde aufgebrochen werden. IfW Fokus 109

Umweltgipfel in Durban: Ohne einen Preis für CO2-Emissionen kein effizienter Kompromiss möglich
Im südafrikanischen Durban verhandeln gegenwärtig die Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention und des Kyoto-Protokolls über die Zukunft des internationalen Klimaschutzes. Ende 2012 läuft die erste Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls aus. Bisher ist aber kein Kompromiss abzusehen, der den Konflikt zwischen der moralischen Verpflichtung, hohe Pro-Kopf-Emissionen drastisch zu verringern, und dem Ziel, ineffiziente Nutzungsformen fossiler Energieträger zu beenden, lösen kann. In ihrem neuen Beitrag in der Reihe Kiel Policy Brief zeigen Gernot Klepper, Mojib Latif, Nele Matz-Lück, Sonja Peterson und Wilfried Rickels, dass sich dieser Konflikt dauerhaft nur durch einen Preis für CO2-Emissionen lösen lässt. Medieninformation / Kiel Policy Brief 39

Nationale Tilgungsfonds: IfW-Präsident Snower begrüßt Schäubles Vorschlag
IfW-Präsident Prof. Dennis Snower begrüßt den Vorschlag von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, die Schuldenkrise der Euro-Zone mittels nationaler Tilgungsfonds zu bekämpfen. "Durch glaubwürdig gestaltete nationale Tilgungsfonds wäre sichergestellt, dass die Schuldenquote in allen Euro-Mitgliedstaaten wieder bei den vom Stabilitäts- und Wachstumspakt geforderten 60 Prozent liegt." Medieninformation

Von "Bazookas" und anderen Wunderwaffen zur Eurorettung
In seinem neuen Beitrag in der Reihe IfW-Fokus warnt IfW-Prognosechef Joachim Scheide eindringlich vor den Inflationsgefahren, die eine Einführung von Eurobonds und Staatsanleihenkäufe durch die EZB heraufbeschwören würden. "Wenn das Vertrauen an den Märkten und bei den Bürgern verloren geht, weil sich die EZB in den Dienst der Finanzpolitik stellt, ist nicht nur die Preisstabilität in Gefahr, sondern auch der Euro", so Scheide. IfW Fokus 110

Alfred Boss: Heimliche Steuererhöhungen vermeiden
Seit Jahrzehnten ist das deutsche Einkommensteuerrecht so gestaltet, dass bei einem Anstieg des Einkommens die darauf zu entrichtende Einkommensteuerschuld weit überproportional zunimmt. Wird der Steuertarif nicht regelmäßig angepasst, führt dies zu progressionsbedingten Mehreinnahmen des Staates. Um solche "heimlichen“ Steuererhöhungen zu verhindern, schlägt IfW-Steuerexperte Alfred Boss in einer neuen Studie vor, das gesamte Einkommensteuerrecht entsprechend der Nominaleinkommensentwicklung zu indexieren. Medieninformation / Kiel Policy Brief 41

Steuervergünstigungen in Deutschland 2005–2012
Die Finanzpolitik hat beim Subventionsabbau, soweit es um die Steuervergünstigungen geht, Erfolge aufzuweisen. Von großer Bedeutung ist dabei die Abschaffung der Eigenheimzulage. Mit der Anhebung des Regelsatzes der Mehrwertsteuer im Jahr 2007 entstanden aber zugleich zusätzliche Vergünstigungen. Auch wurde der Steuersatz für Leistungen des Beherbergungsgewerbes Anfang 2010 gesenkt. Insgesamt ist das Ausmaß der Begünstigungen leicht rückläufig. Dies bedeutet aber nicht, dass weitere Kürzungen nicht angebracht sind. Im Gegenteil: Durch die Einführung eines einheitlichen Umsatzsteuersatzes könnten das Steuerrecht vereinfacht, Verzerrungen der Wirtschaftsstruktur verringert und Wohlfahrtsgewinne realisiert werden, betont Alfred Boss in seinem neuen Kieler Arbeitspapier. Kieler Arbeitspapiere 1738

Migration: Entwicklungsmotor statt Entwicklungsbremse
"Eine menschenzentrierte Entwicklungssicht erfordert eine Einwanderungspolitik, die entwicklungspolitische Aspekte berücksichtigt. Dazu gehört die Schaffung von legalen Einwanderungsmöglichkeiten speziell für arme und niedrigqualifizierte Arbeitskräfte aus Entwicklungsländern. Eine Möglichkeit wären Gastarbeiterabkommen mit zeitlich begrenztem Aufenthaltsrecht", schreiben Markus Böhme, Toman Omar Mahmoud und Rainer Thiele in ihrem neuen Beitrag in der Reihe IfW-Fokus. IfW-Fokus 111

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Publikationen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts für Weltwirtschaft veröffentlichen ihre Forschungsergebnisse sowohl extern – dabei mehr und mehr in international renommierten, referierten Fachzeitschriften – als auch in institutseigenen Publikationsreihen.

Eine Auflistung externer Publikationen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts in international renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschriften finden Sie im Bereich Forschung auf unserer Homepage.

Informationen zur elektronischen Zeitschrift Economics finden Sie auf deren Homepage.

Über die institutseigenen Publikationsreihen gibt die Homepage des Zentrums Publikationen Auskunft.

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Prognosen

Weltkonjunktur mit geringer Dynamik

Die Erholung der Weltkonjunktur ist im Jahr 2011 ins Stocken geraten. Zur Jahreswende steht die Weltwirtschaft unter dem Eindruck der Staatschuldenkrise im Euroraum, von Unsicherheiten über den Zustand des Finanzsektors, von Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit der finanzpolitischen Diskussion in den Vereinigten Staaten und einer überraschend schwachen Dynamik in den Schwellenländern. Für die Prognose ist angenommen, dass es noch einige Monate dauert, bis sich die Belastungen merklich verringern; eine Verschärfung der Vertrauenskrise ist jedoch nicht unterstellt. Unter diesen Voraussetzungen erwarten wir, dass die Produktion in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften im Winterhalbjahr 2011/12 sehr schwach expandieren und danach nur langsam an Fahrt gewinnen wird. Die Wirtschaft in den Schwellenländern wird durch die schwache Ausweitung der Nachfrage in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften im Prognosezeitraum zunächst weiter gebremst; sie wird aber dank wirtschaftspolitischer Anregungen im Verlauf des kommenden Jahres wieder auf einen Pfad rascherer Expansion einschwenken. Die Zunahme der Weltproduktion insgesamt dürfte sich im Jahr 2012 auf eine Rate von nur noch 3,4 Prozent verringern, nach voraussichtlich 3,8 Prozent im zu Ende gegangenen Jahr. Für 2013 erwarten wir eine wieder etwas stärkere Zunahme des globalen Bruttoinlandsprodukts (4,0 Prozent). Medieninformation

Deutsche Wirtschaft: Risiko einer Rezession bleibt hoch

Die Konjunktur in Deutschland gerät in eine Schwächephase. Die hohe Unsicherheit, die aus der Staatsschuldenkrise im Euroraum resultiert, wird sich zunehmend auf die Nachfrage der Haushalte und Unternehmen auswirken. Zudem dürften negative Impulse vom Außenhandel kommen, da die Produktion in wichtigen Handelspartnerländern im Euroraum zum Teil spürbar sinken dürfte. Jedoch wird die deutsche Wirtschaft nicht in eine Rezession geraten. Bereits im Sommerhalbjahr des kommenden Jahres dürfte die Konjunktur wieder an Fahrt gewinnen. Dies hängt aber wesentlich davon ab, ob sich, wie von uns in dieser Prognose angenommen, die Lage an den Finanzmärkten beruhigt und sich eine Lösung der Schuldenkrise im Euroraum abzeichnet. Insgesamt dürfte das Bruttoinlandsprodukt in den Jahren 2012 und 2013 um 0,5 bzw. 1,7 Prozent expandieren. Die konjunkturelle Schwäche dürfte keine größeren Bremsspuren am Arbeitsmarkt hinterlassen. Vielmehr wird die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt beider Jahre voraussichtlich weiter sinken. Medieninformation

Logistik-Indikator im vierten Quartal 2011: Starkes Schlussquartal, aber drastischer Einbruch der Geschäftsaussichten

Das Geschäftsklima in der deutschen Logistikwirtschaft hat sich am Jahresende deutlich eingetrübt. Dies signalisieren die Ergebnisse der jüngsten Erhebung für den Logistik-Indikator. Maßgeblich für den Rückgang des Klimawertes um 20 auf 126 Punkte ist ein kräftiger Einbruch der Geschäftserwartungen, die um 32 Zähler nachgaben und nunmehr nur noch 8,2 Punkte von der neutralen 100er-Marke entfernt sind. Demgegenüber wird die Geschäftslage im vierten Quartal trotz eines leichten Rückgangs um 7 auf 145,3 Punkte weiterhin sehr positiv beurteilt. Medieninformation

EUROFRAME – Economic Assessment of the Euro Area

Der jüngste Bericht der EUROFRAME Gruppe führender europäischer Konjunkturforschungsinstitute enthält Prognosen für Bruttoinlandsprodukt und Inflation im Euroraum bis zum Jahr 2013. Er umfasst auch Projektionen für wichtige makrokonomische Variablen der großen EU-Länder. Darüber hinaus warden die Auswirkungen der Bankenrekapitalisierung und der Unsicherheit an den Finanzmärkten analysiert. Medieninformation

Eine umfassende Liste der aktuellen Prognosen sowie weiterer Arbeiten des Prognose-Zentrums ist stets unter Konjunktur aktuell abrufbar.

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Standpunkte: IfW-Fokus

Mit dem IfW-Fokus nimmt das Institut für Weltwirtschaft in Kiel in kurzen Essays Stellung zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen. Die Essays zur Wirtschaftspolitik können sowohl aus dem Institut als auch von Gastwissenschaftlern stammen.

Die neuesten Ausgaben:

  • Migration: Entwicklungsmotor statt Entwicklungsbremse
    (IfW-Fokus 111)
  • Von "Bazookas" und anderen Wunderwaffen zur Eurorettung
    (IfW-Fokus 110)
  • Noch ein Vorschlag zur Eurorettung: Eine verbindliche Versicherung von Staatsanleihen der Euroländer
    (IfW-Fokus 109)
  • Wolken am Konjunkturhimmel: Nachwehen der großen Finanzkrise
    (IfW-Fokus 108)
  • Umschuldung nur für den Sonderfall Griechenland
    (IfW-Fokus 107)

Eine vollständige Liste aller bisher erschienenen Ausgaben finden Sie hier.

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Ausbildung

Im Zentrum der Ausbildungsaktivitäten des Instituts für Weltwirtschaft stehen das Aufbaustudium Advanced Studies in International Economic Policy Research, das sich vornehmlich an junge Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit abgeschlossenem Hochschulstudium richtet. Zusätzlich engagiert sich das IfW in der Doktoranden-Ausbildung und bietet Praktikantinnen und Praktikanten die Möglichkeit, wirtschaftswissenschaftliche Forschung aus der Nähe kennen zu lernen. Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IfW halten darüber hinaus Lehrveranstaltungen an Universitäten und Fachhochschulen.

Advanced Studies Program 2012/13 mit exzellenten Professoren

Nachdem am 1. August 2011 das laufende Ausbildungsjahr des Advanced Studies Program begonnen hat, können wir nun bereits vermelden, welche Dozenten sich bereiterklärt haben, die Kurse des folgenden Ausbildungsjahres 2012/2013 abzuhalten. Für das nächste Programm konnten wieder zahlreiche internationale Spitzenökonomen gewonnen werden. Eric van Wincoop (Virginia), Lawrence Christiano (Northwestern), Lucio Sarno (London), Peter Neary (Oxford), Gene Grossman (Princeton), Fabrizio Zilibotti (Zürich), Marcel Fafchamps (Oxford), Sjak Smulders (Tilburg) und George Borjas (Harvard) werden die Kurse des im August 2012 beginnenden Programms abhalten. Homepage des ASP / ASP-Flyer

Kiel Institute PhD Supplementary Courses

In den Kursen von Doktorandenprogrammen wird üblicherweise großer Wert auf die Vermittlung technischer und methodischer Fähigkeiten gelegt. Was weniger im Fokus steht, sind die Beschäftigung mit topaktuellen Forschungspapieren und die Fertigkeit, im Zuge der Forschung angemessene Antworten auf aktuelle wirtschaftspolitische Probleme zu finden. Diese Lücke möchte das IfW schließen helfen, indem es die Kiel Institute PhD Supplementary Courses anbietet. Den Doktoranden wird darin von besonders prominenten Ökonomen im jeweiligen Forschungsgebiet die Gelegenheit geboten, neueste Ergebnisse von der Front wirtschaftswissenschaftlicher Forschung kennenzulernen und die Anwendung moderner Instrumente der Analyse wirtschaftspolitischer Probleme zu erlernen. Homepage des Kiel Institute PhD Supplementary Courses

Sechste Kiel Institute Summer School on Economic Policy (KISSEP): Financial Markets and the Macroeconomy

Die Kiel Institute Summer School 2012 Financial Markets and the Macroeconomy findet vom 24.–30. Juni 2012 statt. Die Vorlesungen werden gehalten von Jean-Claude Trichet (ehemaliger Präsident der EZB), Tommaso Monaceli (Bocconi), Sheri Markose (Essex), Werner DeBondt (Chicago) und Enrique Mendoza (Maryland). Homepage der KISSEP

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Veranstaltungen

Ausblick

IfW zeichnet exzellente junge Ökonomen aus
Die "Excellence Awards in Global Economic Affairs" des Instituts für Weltwirtschaft gehen in diesem Jahr an vier herausragende Nachwuchsökonomen aus den USA und China. Die Preisträger sind Jan de Loecker und Oleg Itskhoki (beide Princeton University), Kalina Manova (Stanford University) und Huanhuan Zheng (Chinese University of Hongkong). Das Ziel der IfW Excellence Awards ist es, eine Gemeinschaft hervorragender junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Gebiet der weltwirtschaftlichen Forschung aufzubauen. Die ausgezeichneten Forscherinnen und Forscher erhalten intellektuelle, finanzielle und organisatorische Unterstützung durch das Institut für Weltwirtschaft, die dazu beitragen soll, gezielte weltwirtschaftlich orientierte Forschungsvorhaben durchzuführen. Der Preis schließt jeweils einen Forschungsaufenthalt am Kieler Institut ein, der durch verschiedene Stipendien (Horst Siebert Fellowship, Porsche Fellowship, Landeshauptstadt Kiel Fellowship und Birke Hospitality Fellowship) finanziert wird. Die Preisverleihung wird im Rahmen der Festveranstaltung für den Weltwirtschaftlichen Preis während der Kieler Woche 2012 stattfinden. Medieninformation

PEGNet Konferenz 2012 in Dakar
Das Poverty Reduction, Equity, and Growth Netzwerk (PEGNet) wird seine Jahreskonferenz am 6. und 7. September 2012 in der senegalesischen Hauptstadt Dakar abhalten. Das Thema der Konferenz lautet "How to Make African Economic Lions: Tapping Africa’s Growth and Poverty Reduction Potentials“. Mitveranstalter bei der diesjährigen PEGNet Konferenz ist das Poverty and Economic Policy Forschungsnetzwerk (PEP). PEGNet Homepage

DYNAMICS, ECONOMIC GROWTH AND INTERNATIONAL TRADE (DEGIT) XVII
Konferenz in Mailand, Italien
Die 17. Jahreskonferenz des DEGIT-Netzwerks wird am 13. und 14. September 2012 in Mailand stattfinden. Mitveranstalter sind das Department of Economics, Business, and Quantitative Methods der Universität Mailand, das Department of Environmental and Business Economics der Universität von Süd-Dänemark, das GIGA German Institute of Global and Area Studies in Hamburg, das Department of Political and Economic Studies der Universität Helsinki und das International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA) in Laxenburg. Für diese Konferenz hat DEGIT einen Call for Papers veröffentlicht. Bis zum 1. Mai 2012 können Vorschläge für Präsentationen eingereicht werden. Im Mittelpunkt sollen Beiträge zur mathematischen Modellierung dynamischer Phänomene, zu Problemen gleichgewichtigen Wachstums und über Modelle großer offener Volkswirtschaften stehen. Von besonderem Interesse sind Beiträge zur Rolle der Finanzmarktstabilität, langfristig konsistenten Entscheidungsprozessen, globalen und regionalen Mustern von Handelsströmen, ausländischen Direktinvestitionen, endogenem Bevölkerungswachstum und internationalen Regelwerken. Beiträge zu speziellen Themen wie monetären Wachstumsmodellen oder zu Marktstrukturen und Entwicklung sind ebenfalls willkommen. Berücksichtigt werden sowohl theoretische als auch empirische Papiere. DEGIT-Homepage / Call for Papers

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Rückblick

4th Annual Aarhus-Kiel Workshop
Am 15. und 16. Dezember fand der gemeinsam mit der Aarhus University veranstaltete "4th Annual Aarhus-Kiel-Workshop" statt, auf dem neue Forschungspapiere zu Außenhandels- und Direktinvestitionsfragen diskutiert wurden. Das Programm finden Sie hier.

Achter ECB/CEPR/IFW-Labour-Market-Workshop
Am 13. und 14. Dezember fand der achte Arbeitsmarktworkshop des EES-Netzwerkes (Ensuring Economic and Employment Stability) statt, der gemeinsam von der Europäischen Zentralbank, dem Centre for Economic Policy Research und dem IfW organisiert wurde. Das Thema lautete “Wages in a time of adjustment and restructuring”. Informationen zur Konferenz / EES-Website

Podiumsdiskussion anlässlich der Verleihung des E.ON-Preises – Wie viel Klimaschutz brauchen wir?
Leider sei der Mensch psychologisch so gestrickt, dass er seine Aufmerksamkeit nur kurzfristig akuten Problemen zuwende. Eine Krise wie der Klimawandel, die langsam voranschreite und langfristige Folgen habe, werde kaum wahrgenommen, sagte Professor Dennis Snower auf der gut besuchten Podiumsdiskussion zum Thema Wie viel Klimaschutz brauchen wir?, die vom Institut für Weltwirtschaft und der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft veranstaltet wurde. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde erstmalig der E.ON-Preis für einen herausragenden wissenschaftlichen Artikel im Bereich Energie und Umwelt verliehen, der in der elektronischen Zeitschrift Economics: The Open-Access, Open-Assessment E-Journal erschienen war. Den Preis erhielt Professor Martin L. Weitzman von der Harvard University. Mehr

Lösungen für die Schuldenkrise in der Eurozone
Dritter Policy Lunch des Instituts für Weltwirtschaft und der Hertie School of Governance am 31. Oktober 2011 in Berlin
Was kann aus den vergangenen Schuldenkrisen gelernt werden? Welche Reformoptionen sind daraus für die Eurozone abzuleiten? Mit diesen Fragestellungen setzten das Institut für Weltwirtschaft (IfW) und die Hertie School of Governance am 31. Oktober in Berlin ihre noch junge Diskussionsreihe Kiel Policy Lunch at the Hertie School of Governance fort. Medieninformation

GESAMTÜBERBLICK aller IfW-Veranstaltungen 2011

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Über uns

Verleihung des Take-Maracke-Förderpreises für Wirtschaftswissenschaften
Die Preisverleihung des Take-Maracke-Preises WS 2011/2012 findet am 13. Februar 2012 um 18.00 Uhr im Wissenschaftszentrum Kiel, Fraunhoferstraße 13 statt.
Der Wirtschaftswissenschaftliche Club und Take-Maracke & Partner RA/StB/WP vergeben ab WS 2006/2007 einen Förderpreis für wirtschaftswissenschaftliche Arbeiten. Prämiert werden Leistungen (Hausarbeit und Präsentation) von Studierenden der Fächer VWL oder BWL. Der Preis ist mit 1000,- Euro dotiert. Verbindlich entscheidet die Jury des Wirtschaftswissenschaftlichen Clubs. Nähere Informationen befinden sich auf der Homepage des Clubs.

Das Institut für Weltwirtschaft in der Anfangszeit des Nationalsozialismus
Der Wirtschaftswissenschaftliche Club am Institut für Weltwirtschaft hat am 29. November 2011 im Großen Lesesaal der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) einen Vortragsabend zum Thema "Das Institut für Weltwirtschaft in der Anfangszeit des Nationalsozialismus – Zur kurzen Präsidentschaft von Jens Jessen im Jahre 1933" veranstaltet. Vorträge zu diesem Themenkomplex haben Dr. Hauke Janssen, Leiter der Abteilung Dokumentation des SPIEGEL, und Harald Czycholl, freier Journalist aus Hamburg, gehalten. Mehr

Eine Übersicht ausgewählter Medienbeiträge finden Sie unter Das IfW in den Medien.

Eine Auflistung der Namensbeiträge von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des IfW finden Sie darüber hinaus auf der Seite Pressekommentare des Zentrums Wirtschaftspolitik.

Leider ist es uns aus Copyright-Gründen nicht möglich, Ihnen die Originalbeiträge direkt zur Verfügung zu stellen, aber bei Interesse können Sie sich an einschlägige Angebote von Pressebeobachtungs- und Medienauswertungsdiensten wenden.

Weitere Informationen/Downloads unter:

IfW-Highlights

IfW-Flyer und Informationsbroschüren

Broschüre über die Einrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz in Hamburg und Schleswig-Holstein

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Impressum

Herausgeber
   Institut für Weltwirtschaft an der Universität Kiel (IfW)
   Hindenburgufer 66, 24105 Kiel
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   Telefax +49 (431) 8814-500

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   Paul Kramer, Ph.D.
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   Dr. Jürgen Stehn
   Jutta Stribny
   Dr. Birgit Wolfrath

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   E-Mail

Aufsichtsbehörde: Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein Umsatzsteuer-DE 811268087; das IfW ist eine rechtsfähige Stiftung öffentlichen Rechts des Landes Schleswig-Holstein; Präsident: Prof. Dennis Snower, Ph.D.; Vizepräsident: Prof. Dr. Rolf J. Langhammer

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